Archiv > 28. Juni 2011
Presse-Erklärung des "Bündnis Neukölln:
Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt"

In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni 2011 wurden von Rechtsextremen mehrere linke Projekte und Einrichtungen angezündet bzw. beschädigt, darunter das Anton Schmaus-Haus in Britz.

Das Anton-Schmaus-Haus, eine Einrichtung der Falken, in dem neben der Treffen der Falken auch offene Jugendarbeit stattfindet, war schon häufiger Angriffen von Rechtsextremisten ausgesetzt, die Fassade des Holz-Hauses wurde wiederholt beschmiert. In der Nacht vor dem Anschlag hatte eine Kindergruppe im Haus übernachtet. Am 26. Juni war das Haus zum Glück menschenleer. Aber die Sachschäden sind beträchtlich.

Im "Bündnis Neukölln" haben sich unterschiedliche Organisationen und Personen zusammengetan, die gegen die zunehmenden Angriffe von Rechtsextremisten auf Einrichtungen, Vereine und Einzelpersonen in Neukölln aktiv sind. Nach der Veröffentlichung einer Liste im Internet mit Adressen, die die Nazis zu Zielen von Anschlägen erklären, haben wir am 23. Juni ein Vernetzungstreffen organisiert, um uns untereinander zu vernetzen und solidarisch zu sein. Die Anschläge vier Tage später haben gezeigt, wie nötig es ist zu handeln und solidarisch zueinander zu stehen.

Wir verurteilen den feigen und gefährlichen Anschlag auf eine Jugendeinrichtung in unserem Bezirk, der billigend Menschenleben in Kauf genommen hat.

Neukölln ist gerade auf Grund seiner Vielfältigkeit lebens- und liebenswert und deswegen haben Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus kein Platz in Neukölln!

Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, mit uns öffentlich gegen die Nazis aktiv zu werden.

Unser nächstes Treffen ist am Mittwoch,
der 6. Juli, 18:30 Uhr, AWO-Haus, Erkstraße 1
am Rathaus Neukölln.

Archiv > 17. Juni 2010

Liebe Neuköllner_innen, liebe Berliner_innen,

die Berliner NPD führt am Donnerstag, dem 17. Juni, ab 18 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung in Neukölln (Buckower Damm 170/Hochspannungsweg, 12349 Berlin, Bus M44, Haltestelle Britzer Garten) durch.

Im Politikverständnis der Neonazis spielt die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Besetzung Deutschlands durch die Siegermächte eine zentrale Rolle. Den Protest des 17. Juni 1953 interpretieren Neonazis als historischen Aufstand gegen Besatzung und für Souveränität undversuchen so ihr heutiges Handeln zu legitimieren. Die Neonazis versuchen diesen zweifellos wichtigen Tag für die deutsche Geschichte zu einem Tag der "völkischen und nationalen" Bewegung umzudeuten.

Wir werden auch diesmal nicht tatenlos zusehen, wie die NPD wiederholt versucht, historische Daten für ihre undemokratischen und menschenverachtenden Ziele zu missbrauchen und werden wieder friedlich und lautstark unseren Protest kundtun. Lasst uns also an den erfolgreichen Protest vom 8. Mai anknüpfen und kommt am 17. Juni zum Treffpunkt: Buckower Damm / links und rechts vom Hochspannungsweg

Uhrzeit: 17:30 Uhr (bitte pünktlich sein!) zum lautstarken Empfang der Rechtsextremen sind Trillerpfeifen, Rasseln und Tröten gerne


mitzubringen Leider hat uns die Polizei die beim letzten Mal so erfolgreiche und friedliche Nutzung des "Waldstücks" entlang des Hochspannungsweges untersagt. Nach zähem Verhandeln blieb nur noch der o. g. Treffpunkt übrig, was natürlich sehr schade ist! Kommt jetzt erst recht zahlreich um den Rechten mit einem friedlichen


Protest zu zeigen, dass sie hier nicht erwünscht sind!
Glasflaschen- und Gläser sowie Dosen sind nicht erlaubt!


Archiv > 8. Mai 2010

Liebe Neuköllner_innen, liebe Berliner_innen,

die Berliner NPD führt am kommenden Samstag, dem 8. Mai, um 11:45 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung in Neukölln (Buckower Damm 170/Hochspannungsweg, 12349 Berlin, Bus M44) durch.Es spricht Andreas Storr, Mitglied der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, "zu den politischen Fragen unserer Zeit und zur Arbeit der sächsischen NPD-Fraktion".

Am 8. Mai jährt sich die Befreiung Deutschlands von den Nazis. Die NPD hat in Neukölln bereits mehrfach anlässlich dieses Tages Veranstaltungen abgehalten. So auch 2007 unter dem Motto "Gestern eine Niederlage, heute eine Chance, morgen ein Sieg". 65 Jahre nach Kriegsende gilt für uns mehr denn je, dass Faschismus in Deutschland nicht unwidersprochen bleiben darf.

Wir sehen nicht tatenlos zu, wie die NPD versucht, historische Daten für ihre undemokratischen und menschenverachtenden Ziele zu missbrauchen und werden lautstark unseren Protest kundtun.

Treffpunkt: Buckower Damm/Platz vor dem Eingang des Britzer Gartens am Brunnen
Uhrzeit: 11 Uhr (bitte pünktlich sein!!!) zum Empfang der Rechtsextremen.
Trillerpfeifen, Rasseln, Tröten, Kochtöpfe sind zur lautstarken Begleitung/Empfang gerne mitzubringen!


GLASFLASCHEN SIND NICHT ERLAUBT!

"Ich glaube, dass unüberhörbares Beschweigen von Neonazi-Aktivitäten als klammheimliche Zustimmung missverstanden werden könnte. Das dürfen wir nicht zulassen." Wolfgang Thierse im Interview, Tagesspiegel vom 5. Mai 2010

Bündnis 90/Die Grünen Neukölln
Bündnis Neukölln


Archiv > 1. Mai 2010

Der 1.Mai ist der Tag, an dem weltweit für gleiche Rechte und für ein besseres Leben für alle Menschen demonstriert wird. Der Tag, an dem für ein Leben ohne Krieg, Ausbeutung, Sexismus, Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Trans*menschen, Rassismus und Antisemitismus gekämpft wird. Der Tag für ein schöneres Leben und ganz sicher eines ohne Nazis!

Ausgerechnet am 1.Mai wollen Nazis in Berlin demonstrieren. Für sie ist der 1. Mai der „Tag der deutschen Arbeit". Mit rassistischen Parolen wie "Arbeitsplätze nur für Deutsche" oder „Gute Heimreise“ hetzen sie gegen Migrannt_innen und wollen alle, die hier leben, in Menschen erster und zweiter Klasse einteilen. Nicht mit uns!
Wie schon in den 1930er Jahren, versuchen die Nazis die Weltwirtschaftskrise für ihre Propaganda zu nutzen. Sie projizieren in rassistischer und antisemitischer Manier die Verantwortung für die Wirtschafts- und Finanzkrise auf Sündenböcke. Klar ist, die Antwort der Nazis auf die Soziale Frage bedeutet Ausgrenzung, Vernichtung und Krieg.
Erinnern wir uns: Am 2. Mai 1933 stürmte die SA die Gewerkschaftshäuser.
Gewerkschafter_innen gehörten zu den ersten, die in den Gefängnissen und Konzentrationslagern der Nazis landeten. Zahlreiche Gewerkschafter_innen wurden ermordet. Am Ende standen der Vernichtungskrieg der Naziwehrmacht und der Holocaust an über sechs Millionen Jüd_innen, Sinti und Roma und anderen. Das alles können wir nicht ungeschehen machen, aber ob die Nazis auf unseren Straßen marschieren können oder nicht, das liegt an uns!

Die Millionen Opfer in Konzentrations- und Vernichtungslagern und in dem vom Nazi-Deutschland entfachten Weltkrieg mahnen uns: nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg.

Bunter Widerstand - vereint im Zivilen Ungehorsam

Wir werden uns auch in Berlin durch Aktionen des Zivilen Ungehorsam mit Massenblockaden den Nazis entgegen stellen und sie stoppen. Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Wir sind bunt und wir stellen uns den Nazis in den Weg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen den Naziaufmarsch verhindern zu wollen.


Archiv > 24. April 2010

NIE WIEDER Nazi-Brandanschläge in Rudow!

Nazi-Aktivitäten in Neukölln stoppen!

KUNDGEBUNG an der RUDOWER SPINNE
am Samstag, den 24. April 2010, ab 10 Uhr

Wir erinnern an die rassistischen Brandanschläge in Rudow vor zwei Jahren.

Das Aktionsbündnis Rudow und das Bündnis Neukölln werden beraten und unterstützt von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (www.mbr-berlin.de).

Im Frühjahr 2008 erschütterten rassistische Brandanschläge auf die Häuser von Familien mit bosnischem und türkischem Migrationshintergrund im Rudower Blumenviertel die Öffentlichkeit. Nur durch glückliche Zufälle ist kein Mensch dabei zu Schaden gekommen. Die rechtsextremen Täter wurden gefasst und verurteilt. Das Aktionsbündnis Rudower BürgerInnen und das Bündnis Neukölln gedenken dieser Anschläge und zeigen mit dieser Kundgebung ihre Solidarität mit den Betroffenen.

In den letzten Monaten wurden im Norden Neuköllns und in Kreuzberg eine Anschlagsserie auf linke und antifaschistische Projekte, Kneipen und Organisationen verübt. So wurden Anfang März bei der Chile-Freundschaftsgesellschaft Salvador Allende bereits zum vierten Mal die Scheiben eingeworfen und auch das Schloss verklebt. Auch die Neuköllner Grünen, die Galerie „Olga Benario“, das Kneipenkollektiv „Tristeza“, der Projektraum „Friedel54“ und das Projekt „ORi“ waren von Anschlägen betroffen. In Kreuzberg gab es ähnliche Vorfälle. Auch hier wurden Fensterscheiben eingeworfen, Schlösser zugeklebt und rechtsextreme Parolen an Rollläden und Hauswände gesprüht. Außerdem wurde versucht, antifaschistisch engagierte Einzelpersonen mit Sprühereien an ihren Wohnhäusern und Morddrohungen in ihrem Briefkasten einzuschüchtern.

All diese Vorfälle sind Folge und Ausdruck der rassistischen und menschenverachtenden Ideologie der Neonazis. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Anschlagsserie liegt es an uns allen, den rechtsextremen Aktivitäten im Bezirk entgegenzutreten, damit es nie wieder zu Mordanschlägen auf Menschen kommt.


Archiv > 18. Februar 2010




Auftaktveranstaltung am 18.02.2010

Das Bündnis Neukölln - Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt, gibt seine Auftaktveranstaltung in der Evangelischen Schule Neukölln. Vor dem Hintergrund neonazistisch motivierter und organisierter Gewalttaten im Bezirk, hat sich das Bündnis eine Sensibilisierung gegenüber Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus und die Mobilisierung der Bürgerinnen und Bürger zum persönlichen Engagement als Ziel gesetzt.
„Neukölln ist lebens- und liebenswert aufgrund seiner Vielfalt", betonte Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD), in seiner Einleitung zum Auftaktprogramm des „Bündnis Neukölln". Er spricht in einer großen Sporthalle zu den Schülerinnen und Schülern der Evangelischen Schule Neukölln (ESN). Mit großer Begeisterung verkündete er, wie toll es ist, dass die Auftaktveranstaltung für das Bündnis in einem passenden Rahmen stattfindet. Aufmerksam folgen die etwa 120 Schülerinnen und Schüler den Worten des Bezirksbürgermeisters. Sie hören gespannt zu, weil es um ihren Bezirk geht und sie genau wissen, dass Neukölln eben nicht immer so liebenswert ist, wie es der Bezirkbürgermeister gerade beschreibt.

Rückblick: Anlass für die Gründung des Bündnisses sind die vermehrt auftretenden propagandistischen und teilweise gewalttätigen Aktivitäten einzelner und organisierter Neonazis im Bezirk Neukölln. So kam es in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 2010 zu Angriffen auf linke, antifaschistische Projekte. Dabei beschädigten Neonazis die Eingangstür der Galerie Olga Benario in der Richardstraße und warfen zum wiederholten Male die Glasscheiben der Chile-Freundschaftsgesellschaft "Salvador Allende" in der Jonasstraße ein. Im Umfeld der beiden Projekte wurde dabei Aufkleber der NPD und welche, auf denen dem Hitlerstellvertreter Rudolf Heß gedacht wird, angebracht. In der gleichen Nacht wurden auch bei dem Büro der Naturfreundejugend Berlin (NFJ) in Friedrichshain zwei Fensterscheiben zerstört. Schon einen Tag darauf, in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar, kam es zu einem Angriff auf die Geschäftsstelle der Partei Bündnis 90/ Die Grünen in Neukölln. Auch im Norden Berlins, in Reinickendorf und im Wedding häufen sich die Übergriffe. So tauchten in beiden Bezirken neonazistische Schmierereien auf. Auch Fensterscheiden von linken Projekten wurden eingeschlagen. Durch die vermehrt auftretenden hetzerischen und gewalttätigen Aktivitäten der Neonazis, wurde das Bündnis ins Leben gerufen.
Informations- und Aktionsplattform

Das Bündnis versteht sich als Plattform der Information und Aktion gegen Rechtsextremismus und ist ein Zusammenschluss von Organisationen, Unternehmen, privaten und bezirklichen Einrichtungen sowie Einzelpersonen in Neukölln. Proteste und Sensibilisierungskampagnen werden organisiert. Hauptsächlich sollen breite Bevölkerungsschichten mobilisiert werden. „Die Menschen sollen etwas entgegensetzen und gemeinsam etwas tun. Egal welche Altersgruppe, egal welche Hautfarbe, egal welcher Herkunft jemand ist. Das respektvolle miteinander – deshalb sind wir heute hier", bemerkte die Bezirksstadträtin Gabriele Vonnekond (Bündnis 90/ Die Grünen).

Vorbild für das Bündnis sind die immer noch aufmerksam zuhörenden Schülerrinnen und Schüler der konfessionellen Grund und Gesamtschule in Neukölln. Denn sie tolerieren sich und kommen gut miteinander aus. Nicht umsonst ist die ESN noch die einzige Schule in Neukölln die ohne Sicherheitspersonal auskommt. "Es ist eben eine Schule ohne Rassismus, aber mit Courage", wie Herr Weiser, Leiter der ESN ausdrückte. Seine Schule ist dabei am Projekt "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" zu teilzunehmen.
„Ab heute heißt du Sara": Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung führten die Schauspielerinnen und Schauspieler des GRIPS-Theaters eine szenische Lesung des Stücks: „Ab heute heißt du Sara" auf. Die Lesung erzählt die Erfahrungen der jungen Inge Deutschkron während der Zeit nationalsozialistischer Herrschaftsausübung. Das Stück berichtet von der Angst der Verfolgten unter den Deutschen während des Dritten Reiches, aber auch von Menschen, die geholfen haben und die für Inge Deutschkron „stille Helden" wurden. Und nicht zuletzt zeigt es den kämpferischen Mut eines jungen Mädchens, das nicht aufgibt. Ein gelungener Abschluss, der den Schulerinnen und Schülern der ESN noch einmal die Wichtigkeit des Bündnisses vor Augen hält.

Von Eric Stritter