PRESSEEKLÄRUNG

Heinz Ostermann trifft ein 5. rechter Anschlag

Presserklärung von „Rudow empört sich“

Ein zielgenaues Ei sorgt für Angst

Am Morgen des 23. Februar entdeckte Heinz Ostermann, dass auf das Schaufenster seiner Buchhandlung Leporello ein Ei geworfen worden war. 
„Das Ei landete ziemlich präzise dort, wo meine ‚Rudow empört sich‘-Postkarten im Fenster angebracht sind. Ebenfalls befindet sich dort ein 
Plakat gegen rechte Populisten und eine Kopie meiner Urkunde zu der mir verliehenen Neuköllner Ehrennadel. Wirkt also sehr zielgenau.“

Das Ei ist der fünfte Anschlag auf den Rudower Buchhändler. Nach einer Lesung zur AfD wurde im Dezember 2016 ein Stein auf das Schaufenster 
seiner Buchhandlung geworfen. Im Januar 2017 folgte der erste und im Februar 2018 der zweite Brandanschlag auf sein Auto. 
Und im Oktober 2024 wurden seine Autoreifen zerstochen.

Nach dem dritten Anschlag hat Heinz Ostermann die Initiative „Rudow empört sich“ im Frühjahr 2018 ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative setzt er sich 
gemeinsam mit anderen Betroffenen der rechten Neuköllner Anschlagsserie und weiteren Rudowerinnen mit vielfältigen Aktivitäten für Respekt 
und Vielfalt ein. Im November 2025 wurden sie dafür mit dem Engagementpreis des Bezirks Neukölln ausgezeichnet.

Die Anschläge auf Heinz Ostermann gehören zu einer Serie rechter Gewalttaten in Neukölln, der die Generalstaatsanwaltschaft mehr als 200 Straftaten 
zurechnet. Dieses Mal war es „nur“ ein Ei. Doch es zeigt, die Versuche zivilgesellschaftlich Engagierte einzuschüchtern, gehen weiter. 
Es weckt bei den Betroffenen nicht nur alte Ängste. Sie stellen sich die Frage, was wird es beim nächsten Anschlag sein.

Die OG Rex beim Polizeiabschnitt in Rudow können die Betroffenen nicht mehr ansprechen. Der letzte noch in dieser Einheit tätige Polizeibeamte 
hat sich vor einem Jahr versetzen lassen. Eine Anfrage an die zuständige Polizeidirektion von der Initiative „Rudow empört sich“ wurde nie beantwortet. 
Das Neukölln-Team des LKA haben wir noch nie vor Ort gesehen. Es fordert Berichte von unseren Aktivitäten, lässt sich aber selbst nie blicken.

Wie wenig Behörden Sicherheit vor Anschlägen bieten, haben Betroffene immer wieder erfahren. Meistens wurden sie nicht einmal gewarnt, 
wenn Behörden Informationen über Gefährdungen hatten. Bestätigt wurde dies durch Zeug*innen-Aussagen im Untersuchungsausschuss 
des Berliner Abgeordnetenhaus zum Neukölln-Komplex.

Den Betroffenen und Bedrohten hilft also weiter nur, an die Öffentlichkeit gehen, und zivilgesellschaftliche Solidarität.

Gelegenheit Solidarität mit Heinz Ostermann und „Rudow empört sich“ zu zeigen, gibt es bei der 
Menschenkette zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21.3. um 11 in Alt-Rudow.

Rudow empört sich. Gemeinsam für Respekt und Vielfalt

Wer hat Burak ermordet – Schluss mit der Straflosigkeit – Gedenkkundgebung zum 14. Todestag am 12.04.2026

Aufruf der Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektas

Sonntag 12. April 2026 – 14 Uhr
Gedenkort Burak Bektaş – Rudower Straße / Möwenweg – Berlin-Neukölln

Burak Bektaş wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012 in Berlin vor dem Krankenhaus Neukölln erschossen. Er war 22 Jahre alt. 4 seiner Freunde haben den Mordversuch überlebt, 2 von ihnen wurden lebensgefährlich verletzt. Die Tat ähnelt den Morden des Neonazi-Netzwerks NSU. War das Motiv auch bei diesem Mord Rassismus?

Der Mord an Burak und die vier Mordversuche sind bis heute nicht aufgeklärt. Der Mörder wurde nicht ermittelt.
Seit Jahrzehnten werden migrantisierte, linke und antifaschistische Menschen in Neukölln nicht nur ungehindert angegriffen, sondern die Täter können sich offenbar auch auf Schutz, Duldung oder zumindest auf Wegsehen verlassen.

Es wurde ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss erkämpft, der untersuchen sollte, weshalb die Ermittlungsbehörden die Terrorserie des Neukölln-Komplexes nicht aufgeklärt haben.

Der Mord an Burak geschah ein halbes Jahr nach der Selbstenttarnung des NSU. Die Ermittlungsbehörden haben an ihrer Arbeitsweise dennoch nichts geändert und leugnen die Existenz und Wirkung von Rassismus. Fehlende
Ermittlung bedeutet Straflosigkeit. Rechte Gewalttäter, Nazis können weiterhin ungehindert Terror verbreiten.

„Ich will Gerechtigkeit. Mein Sohn ist gestorben und der Täter soll seine Strafe bekommen.“ Melek Bektaş

Kein Vergessen! Kein Vergeben!
Kein Schlussstrich!

Internationaler Tag gegen Rassismus

RUDOW EMPÖRT SICH. GEMEINSAM FÜR RESPEKT UND VIELFALT

ruft auf zu

Menschenkette und Kundgebung

Samstag 21. März 2026 um 11 Uhr

Alt-Rudow / Neudecker Weg

Es spricht:

Martin Hikel

Bürgermeister von Neukölln

Aufruf der Stiftung Internationaler Tag gegen Rassismus:

Die Werte des Grundgesetzes – allen voran die Unantastbarkeit der Menschenwürde – werden durch rechtsextreme Bewegungen infrage gestellt. 
Entwicklungen in Europa, den USA und weltweit zeigen, welche verheerenden Folgen das haben kann. Auch in Deutschland ist unsere Demokratie gefährdet.

Wachsende Unsicherheit angesichts globaler Krisen wie Klimawandel, Kriegen, Fluchtbewegung und sozialer Ungleichheit lässt viele Menschen 
nach einfachen Lösungen suchen – und macht sie anfällig für populistische und rechtsextreme Erzählungen. Wenn rassistische und 
menschen-verachtende Positionen in der politischen Mitte salonfähig werden, ist die Gefahr für unser Zusammenleben und die Menschenrechte real.

Doch wir können und müssen gemeinsam handeln. Der Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form gruppenbezogener 
Menschenfeindlichkeit ist notwendiger denn je. Es ist eine Aufgabe für alle, die für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft eintreten. 
Deshalb stellen wir diese Herausforderungen in den Mittelpunkt der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 unter dem Motto

100 % Menschenwürde

Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus

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In Rudow haben wir erlebt, wie aus geistiger Brandstiftung rechte Gewalttaten wurden.

Alle betrifft es, wenn durch den immer größeren Einfluss der AfD Arbeits- und Mietrechte, Sozialstaat und Klimaschutz abgebaut, Arbeitskräfte 
abgeschoben oder an den Herd geschickt werden, Reiche noch reicher und damit der Staat noch ärmer gemacht wird.

Die AfD muss mit allen politischen und rechtlichen Mitteln bekämpft werden.

Jede Stimme für die AfD ist eine gegen die Menschenrechte.

Gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft.

Menschenrechte sind unteilbar.

Bilden wir eine Menschenkette als Zeichen für mehr Menschlichkeit für alle!Unterstützt von: Alte Dorfschule Rudow e.V. + BASTA Britz + Bezirksjugendring Neukölln+ Bündnis Neukölln + DGB Kreisverband Neukölln + 
Evangelische Dreieinigkeits-Gemeinde + Evangelische Kirche Rudow +Galerie Olga Benario + Grüne Neukölln + Hufeisern gegen rechts + 
Kath. Kirchengemeinde Pfarrei Heilige Edith Stein + Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş + Institut für Islamische Information I‑ISIN e.V. + 
Die Linke Neukölln + Netzwerk Frauen in Neukölln + Neuköllner Buchläden gegen Rechtspopulismus und Rassismus + Omas gegen rechts Stadtteilgruppe KreuzKölln + 
SJD Die Falken Neukölln + SPD Neukölln + Stadtteilzentrum Rudow + Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Verband der AntifaschistInnen Neukölln + 
ver.di Senor*innengruppe Neukölln

Der Neukölln-Komplex – Ohne uns läuft nix

Was kommt raus beim parlamentarischen Untersuchungsausschuss?

Jahrelang bemühten sich Betroffene und antifaschistische Initiativen um einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zum sogenannten Neukölln-Komplex. Dabei geht es um schwerste neonazistische Straftaten, Bedrohungen und Angriffe bis hin zu 23 schweren, zum Teil lebensgefährdenden Brandanschlägen gegen Menschen, die sich gegen Rassismus und Faschismus engagieren. Die Serie gipfelte in den Morden an Burak Bektaş und Luke Holland.

Trotz Hinweisen auf bekannte Neonazis wurde die Serie weitestgehend nicht aufgeklärt. Vielmehr fielen Beamt*innen von Polizei und Staatsanwaltschaft durch rassistische Taten oder Aussagen auf, gaben Daten an Neonazis weiter oder hielten Informationen über akute rechte Bedrohungen zurück.

Es waren Betroffene der Anschläge und Engagierte, die die Aufarbeitung maßgeblich vorantrieben.

Erst nach jahrelangem, öffentlichen Druck wurde im Mai 2022 der PUA eingesetzt.

Dieser sollte das Behördenversagen bei der faschistischen Anschlagsserie aufklären und Gegenstrategien entwickeln.

Im Juli 2025 beendete der PUA seine Beweisaufnahme und berät seither über seinen Abschlussbericht, dessen Veröffentlichung immer weiter nach hinten geschoben wird.

Was ist der aktuelle Stand? Wie geht’s weiter?

Was ist zu erwarten vom Abschlussbericht? Was wird drinstehen?

Wie ist die Sicht der Betroffenen, der Beoachter*innen des Ausschuss und der Abgeordneten?

Welche Forderungen gibt es?

Ändert sich etwas? Wird es politische Konsequenzen geben?

Was ist zu tun?

Darüber wollen wir sprechen mit Claudia v. Gélieu (als Aktivistin war sie Ziel der Neonazi- Anschlagserie), Caro Keller von NSU-Watch, einem Vertreter der Initiative für die Aufklärung des Mordes an B. Bektaş und den Ausschuss-Mitgliedern André Schulze, Vasili Franco (Grüne) und Niklas Schrader (Linke).

Veranstalter: Bündnis Neukölln: Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt

„Antisemitismus -ein Angriff auf uns alle!“

Hufeisern gegen Rechts lädt ein:
„Antisemitismus – ein Angriff auf uns alle!“
Die Politikwissenschaftlerin Lisa Leichthammer wird mit uns
über Antisemitismus als allgegenwärtiges gesellschaftliches Phänomen
diskutieren.


Freitag, 30. Januar 2026, um 18 Uhr
in den Räumen des Britzer Bürgervereins e. V.
im Diakoniehaus Britz, Buschkrugallee 131
(Nähe U-Bhf. Blaschkoallee)

Das Massaker in Australien zeigt erneut, dass das antisemitische Weltbild der Täter
nicht allein tödlichen Hass auf jüdische Menschen erzeugt.
Es ist zugleich ein Angriff auf uns alle, weil auf die zivilisierte, lebensachtende soziale
Gemeinschaft.
Dieser antisemitische Terror ist nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert ereigneten sich in
vielen Ländern Europas Pogrome gegen jüdische Menschen, denen oft jegliche Soli-
darität von den Mehrheitsgesellschaften verweigert wurde. Seitdem zieht sich antise-
mitische Gewalt bis zum heutigen Tag wie ein roter Faden durch Deutschland und Eu-
ropa. Seine Spuren finden wir auch in unserer Siedlung in Form von Parolen, Aufkle-
bern, persönlicher Bedrohung und Sachbeschädigungen.
Unabhängig wie sich ihre Mitglieder im isra-
elisch-palästinensischen Konflikt positionie-
ren, darf eine demokratische Gesellschaft
nicht zulassen, dass Jüdinnen und Juden sich
im Alltag nicht mehr sicher fühlen. Aber wie
der Alltag in Berlin zeigt, sind nicht nur jüdi-
sche Menschen von Angriffen betroffen.
Längst sind auch andere gesellschaftliche
Gruppen ins Visier von Antisemiten geraten,
die von ihnen mit antisemitischen Mustern
als „Volksfeinde und -schädlinge“ ausge-
macht und bekämpft werden. Bedrohlich zeichnet sich die Tendenz ab, dass die totale
Ideologie des Nationalsozialismus in Deutschland wieder Fuß fasst, nach der gedank-
lich konstruierte Judenbilder auf jedes Gesellschaftsmitglied projiziert werden können,
um Hass und Terror als Waffen zu rechtfertigen.
Wir fragen nach den Ursachen, die den Antisemitismus zu einem allgemeinen
Weltbild, zum Muster einer polarisierenden Welterklärung machen, die nur die
Alternative totaler Sieg oder Untergang kennt? Der Antwort wollen wir uns ge-
meinsam nähern.
www.hufeiserngegenrechts.de