Lucy-Lameck-Straße

Presseerklärung zur Straßenumbenennung „Lucy Lameck“ am 23.04.2021

Rassist*innen, Verbrecher*innen und koloniale Unterdrücker*innen haben keine Ehrung durch einen Straßennamen verdient. Kolonialismus ist Rassismus pur, er bedeutet Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen, Grausamkeit und Gewalt. Die schrecklichen Folgen sind bis heute global wirksam.

Das Bündnis Neukölln begrüßt die Straßenumbenennung daher ausdrücklich. Als Bündnis gegen Rassismus und rechten Terror in Neukölln freuen wir uns sehr, dass der Name des Kolonialverbrechers endlich aus dem Straßenbild verschwindet.

Wir danken Herrn Mnyaka Sururu Mboro und allen Mitgliedern von Berlin Postkolonial e. V. für die andauernde und hartnäckige Einforderung der Umbenennung und das Einbringen ihrer großen Expertise in die Debatte. Ein besonderes Anliegen war es ihnen, dass der neue Name einen Bezug zur deutschen Kolonialgeschichte hat und eine Person geehrt wird, die Widerstand geleistet und das unabhängige Tansania mitgestaltet hat. Mit Lucy Lameck, der ersten weiblichen Abgeordneten im tansanischen Parlament und der ersten Frau des Landes im Regierungskabinett, geschieht dies.

Lucy Lameck (1934 – 1993) war eine wichtige Unterstützerin der panafrikanischen Idee: Berühmt wurde sie durch ihre 1965 gehaltene Rede „Africans Are Not Poor“, in der sie Afrikas Zukunftspotentiale heraushob. In ihrer über 20-jährigen Tätigkeit als Parlamentarierin war sie u.a. stellvertretende Ministerin für Kommunalentwicklung und Gesundheit und initiierte maßgebliche Gesetzesvorhaben zur Verbesserung der Position von Frauen in der tansanischen Gesellschaft.

Es ist gut, dass Neukölln jetzt an das Unrecht des deutschen Kolonialismus erinnert und dabei einer Frau des Widerstands, der panafrikanischen Idee und nicht zuletzt einer Frauenpolitikerin eine Straße widmet.

Wir laden euch und Sie ein, an den digitalen Veranstaltungen teilzunehmen, die das Bezirksamt Neukölln gemeinsam mit Berlin Postkolonial e.V. ausrichtet.