Solidarität statt Rassismus

Das Bündnis Neukölln unterstützt den Bau der Geflüchtetenunterkunft im Sangerhauser Weg, 12349 Britz. Wider jeglicher Menschlichkeit haben sich aber auch Schreihälse zusammengefunden, die versuchen, Anwohnende zu verunsichern, Ängste aufkommen zu lassen und das Leben vieler Menschen schwerer zu machen als es ohnehin schon ist – aus dem einzigen Grund, Nationalismus als einzig wahre Ideologie zu verkaufen. Das Bündnis Neukölln stellt sich dagegen! Es wird in Zukunft die Gespräche mit Anwohnenden suchen, ortsansässige Inititativen aktivieren und darüber aufklären, weshalb die Ängste und Sorgen, die unüberwindbar groß erscheinen, wenig Platz für Einfühlungsvermögen und eigene Denkprozesse lassen. Aller Anfang ist Flyer.

Fünf Argumente gegen Angst und Hetze
 
1. Flüchtende Menschen suchen vor allem Schutz und Sicherheit. Wer sich mit der Lage in der Welt beschäftigt, weiß um die brutalen und tödlichen Bedingungen, die für Unbeteiligte dort herrschen. Würden Sie das für Ihre Kinder und Enkelkinder dulden? Unschuldige Menschen haben das Recht, den Schauplatz des Krieges zu  verlassen!
2. Flüchtende Menschen brauchen gute Nachbarn! Falls Sie die miserablen Integrationsumstände verändern wollen, können Sie das tun. Integration kann nur mit Mithilfe deutscher Staatsbürger:innen gelingen.
3. Die Verhältnisse in der Unterkunft in Tegel sind schrecklich. Viele haben längst Arbeit und finden keine Wohnung, Familien haben keinen Privatbereich, Kinder keinen Freiraum. In Britz gibt es diese Möglichkeit.
4. Ihre Vorfahren und wir alle tragen Verantwortung! Kolonialismus, Juden- und Muslimverfolgung, moderner Imperialismus und Krieg, Klimawandel sind Auslöser für große Fluchtbewegungen. Deutschland und Europa sind durch rücksichtslose Wirtschaftspolitik maßgeblich daran beteiligt, dass Menschen Schutz und Sicherheit suchen.
5. Wer sind wir, dass wir das Schicksal anderer Menschen bestimmen? Sicherheit und Schutz gilt für alle Menschen. Wer das Asylrecht in Frage stellt, der:dem fehlt jede Kultur.
 
Kontakt: info@buendnis-neukoelln.de      

V.i.S.d.P. Susanna Kahlefeld, Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin

1925-2025: Hundert Jahre Hufeisensiedlung

Hufeisern gegen Rechts lädt ein:„Auf der Suche nach einer besseren Welt“

Die neue Biographie über den Maler Heinrich Vogeler, Autorenlesung mit Siegfried Bresler.

Freitag, den 7. März 2025,um 19 Uhr
in den Räumen des Britzer Bürgervereins e. V.im Diakoniehaus Britz,Buschkrugallee 131
(Nähe U-Bhf. Blaschkoallee)
Eintritt frei

Von 1927 bis 1931 lebte und arbeitete Heinrich Vogeler in der Hufeisensiedlung.
Kein deutscher Künstler hat sich nach dem Ersten Weltkrieg so nachdrücklich für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Gemeinsam mit Paula Modersohn-Becker der berühmteste Worpsweder, residierte Vogeler als bedeutender Vertreter des Jugendstils auf dem „Barkenhoff“.

Seinem Aufruf im Januar 1918, den Krieg zu beenden, folgten Inhaftierung, Ächtung und Verfolgung. Fortan führte er ein bescheidenes, oft ungesichertes Leben, das dem privatenGlück sowie einer weiteren künstlerischen Karriere entgegenstand. Nach dem gescheiterten Experiment seiner Kommune und Arbeitsschule übergab er sein einstiges Künstlerdomizil1924 an die „Rote Hilfe“ für ein Heim, das Kriegswaisen und Kindern inhaftierter Eltern Erholung bot. Die politische und wirtschaftliche Krisenzeit, die er in Britz durchlebte, machte ihn nahezu mittellos. Von Deutschland enttäuscht, fand er in der Sowjetunion 1931 eine neue Heimat, von wo aus er das NS-Regime bekämpfte. Siegfried Bresler zeichnet den Lebensweg des Künstlers, Sozialisten und Menschenfreundes nach: von seiner Bremer Kindheit über seine Zeit als einflussreicher Vertreter der Jugendstilmalerei in Worpswede und seinen vierjährigen, wenig glücklichen Aufenthalt in der Britzer Hufeisensiedlung bis hin zu seiner Emigration in die Sowjetunion, die glücklich begann, aber tragisch endete. Unter Verwendung einer Vielzahl von Zeugnissen und Dokumenten bringt uns der Autor einen Menschen nahe, der trotz aller Enttäuschungen und Wirrungen dem Streben nach einer sozialeren Welt treu geblieben ist.

Internationaler Tag gegen Rassismus

RUDOW EMPÖRT SICH. GEMEINSAM FÜR RESPEKT UND VIELFALT

Menschenkette und Kundgebung

Samstag 22. März 2025
11 Uhr
Alt-Rudow / Neudecker Weg
Es spricht:
Wolfgang Klose
Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

Wir brauchen eine andere Migrationspolitik!
Das Wetteifern um immer schärfere Maßnahmen gegen geflüchtete Menschen und
Migrantinnen, die Übernahme von rassistischen Parolen und Forderungen durch Parteien der Mitte, stärkt die AfD und trägt zur Gefährdung unserer Demokratie bei. Rassismus grenzt nicht nur Menschen mit anderer Herkunft und Hautfarbe aus. Er teilt Menschen in höher- und minderwertige ein und rechtfertigt damit jegliche Ungleichbehandlung. Wer Migration für gesellschaftliche Missstände verantwortlich macht, schafft Sündenböcke für falsche Politik statt Probleme zu lösen. Migrantinnen sind nicht
schuld am Mangel bezahlbarer Wohnungen oder steigenden Energiekosten.
Sozialkassen wären ohne ihre Beiträge pleite, Lieferdienste würden eingestellt, die
Pflege zusammenbrechen.
Anwerbungskampagnen für ausländische Fachkräfte sind teuer und schwächen die
Herkunftsländer. Stattdessen müssen die Arbeitsaufnahme für Geflüchtete erleichtert,
ihre Ausbildungen anerkannt und ihre Bildungsmöglichkeiten verbessert werden.
Statt Abschiebungen in Drittstaaten vorzubereiten, sollten die Ressourcen dafür zur
Verbesserung der Lebenssituation von Geflüchteten und deren Integration
verwendet werden.
Abschottung kann Flucht nicht stoppen, weil sie deren Ursachen – Krieg, Gewalt,
Klimakrise, Hunger, Armut, usw. – nicht beseitigt. Grenzschließungen und
Wiedereinführungen von Grenzkontrollen bringen Nachteile für uns alle und
unzählige Tote. Die unrechtmäßigen Pushbacks an Grenzen müssen sanktioniert
werden, die Kriminalisierung von Seenotrettung muss beendet werden. Stattdessen
müssen sichere legale Zugänge geschaffen werden.
Gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mitbestimmung von Menschen, die
zum Teil seit Jahrzehnten hier leben oder sogar hier geboren wurden, aber nicht die
deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, muss gefördert werden.
Wer Menschenrechte von Migrant*innen und Geflüchteten infrage stellt, verstößt
gegen unser Grundgesetz.
Menschenrechte sind unteilbar.
Bilden wir eine Menschenkette als Zeichen für mehr Menschlichkeit für alle!

Lesung „Rotes Erbe“ – Biographie von Dr. R. Schmincke, Gesundheitsstadrat in Neukölln v. 1927- 1929)

Donnerstag, 30.01.2025 , 19.00 UhrKindl Campus, Berlin – Neukölln.

Das »Bündnis Neukölln« erinnert am 30.01.1933, dem Tag der Machtergreifung der NSDAP, an die Gefahr des Faschismus. Die bevorstehende Bundestagswahl lässt steigende Zustimmungswerte von AfD und BSW befürchten. Dies verschiebt den politischen Diskurs zu einer antifeministischen, behindertenfeindlichen und rassistischen Politik.

Der Neuköllner Gesundheitsstadtrat (1927–1929) Dr. Richard Schmincke, Arzt und KPD-Mitglied, musste die Brutalität der NSDAP-Herrschaft erleben: Die von ihm geschaffene Ehe- und Sexualberatungsstelle im Bezirk wurde geschlossen. Seine Anliegen eines kostenfreien Gesundheitswesens und besserer Bedingungen für die Pflege konterkarierten die Nazis. Im Oktober wäre Dr. Schmincke 150 Jahre alt geworden.

Ricarda Bethke, Tochter von Schmincke, hat über Jahrzehnte zu ihrem Vater geforscht und eine kritische Biografie verfasst.

Das Buch heißt „Rotes Erbe“ und kann bei der Lesung erworben werden.

Donnerstag, 30.01.2025 , 19.00 Uhr

im Café der Stadtteilpraxis

Kindl Campus, Berlin – Neukölln.

Rollbergstr.30, 12053 Berlin.

Solidarität mit dem Bajszel

Mit Erschrecken haben wir am 28.9.2024 von dem Brandanschlag auf die „ProgrammSchänke Bajszel“ in der Emserstraße erfahren. Nach antisemitischen Schmierereien und Bedrohungen an der Fassade sowie Markierungen durch das rote Dreieck der Hamas in den letzten Wochen war der Versuch, Feuer zu legen, der mörderische Höhepunkt.

Wir als Bündnis Neukölln erklären uns solidarisch mit dem Bajszel. Wir sind froh und erleichtert, dass die Person, die sich in der Kneipe befand, als das Schloss verklebt und der Brandsatz entzündet wurden, nicht zu Schaden gekommen ist. Wir haben Opfer von Brandanschlägen unter unseren aktiven Mitgliedern und fühlen die Angst und den Schrecken mit!

Gewalt und Bedrohung sind keine Mittel der politischen Auseinandersetzung. „Die Probleme,“ so heißt es in unserem Leitbild, „die sich aus dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung ergeben … lassen sich nur mit gegenseitigem Respekt und auf friedliche Weise lösen oder entschärfen.“