Bilanz der Betroffenen des rechten Terrors in Neukölln

Ein Jahr nach der Übergabe von 25.000 Unterschriften für einen Untersuchungsausschuss zum rechten Terror in Neukölln an das Berliner Abgeordnetenhaus haben die Betroffenen heute auf einer Pressekonferenz Bilanz gezogen:

  • Der rechte Terror in Neukölln geht weiter.
  • Immer weitere Skandale in den Ermittlungs- und Sicherheitsbehörden werden bekannt.
  • Die Berichte der BAO Fokus sind ein Armutszeugnis.
  • Statt konsequent politisch zu handeln, beauftragt der Innensenator Sonderermittler.

Angesichts dieser Entwicklung halten immer mehr Politiker*innen einen Untersuchungsausschuss für notwendig.

  • Was muss untersucht werden?
  • Wo besteht aktueller Handlungsbedarf?

Ihre Forderungen haben Betroffene heute vorgestellt.

Gleichzeitig haben sie den Video-Clip „Der Neukölln-Komplex. Rechter Terror in Berlin“ von Ina Rommee (Medienkünstlerin) und Stefan Krauss (Fotograf) präsentiert. Unbedingt anschauen!

Sonnenallee Solidarisch

Seit einiger Zeit gibt es vermehrt Nazi-Angriffe in den Kiezen im Umfeld der Sonnenallee (Höhe Wildenbruchstraße): Angezündete Autos sowie an Geschäfte und Wohnhäuser gesprühte Hakenkreuze, Nazi-Symbole und Drohungen.

Weitere Informationen zu den Vorfällen findet ihr hier:

Wir rufen alle Nachbar*innen auf, wachsam zu sein und alle Vorfälle und Auffälligkeiten an das Neuköllner Register zu melden. Seid solidarisch, sprecht Betroffenen eure Unterstützung aus und kauft gezielt bei ihnen ein. Falls ihr betroffen von Bedrohungen und Angriffen seid, findet ihr Unterstützung bei der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus und bei ReachOut Berlin.

Außerdem rufen wir alle Neuköllner*innen weiter auf, sich in Initiativen gegen Rechts zu engagieren, gern auch bei uns im Bündnis Neukölln!

Dazu haben wir einen Flyer (Arabisch, Türkisch) in der Nachbarschaft verteilt und Plakate (Arabisch, Türkisch) aufgehängt:

Bleibt aufmerksam und kämpferisch!
Euer Bündnis Neukölln

Halle-Gedenkdemo am Südstern – Freitag, 9. Oktober 14 Uhr

Ein Jahr ist seit dem antisemitischen und rassistischen Terroranschlag in Halle vergangen. Um dem Anschlag zu gedenken, organisiert das Aktionsbündnis Antirassismus gemeinsam mit Nebenkläger:innen im Halle Prozess, die in der Gemeinde der Berliner Fraenkelufer Synagoge zusammen kommen, eine Gedenkkundgebung und Demonstration für den 9. Oktober um 14 Uhr.

Kommt zahlreich vorbei und sagt es weiter!

https://www.facebook.com/events/763639451155410

Gedenken am 5. Jahrestag des Mordes an Luke Holland

Das Bündnis Neukölln ruft gemeinsam mit der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş zu einer Gedenkveranstaltung auf.

Sonntag, den 20. September 2020 um 16 Uhr in der Ringbahnstraße Ecke Walterstraße

Denkt an Euren Nase-Mund-Schutz und bringt Blumen und Kerzen mit!

Wir gedenken Luke Holland, der vor 5 Jahren an dieser Stelle von dem Neonazi Rolf Z. ermordet wurde. Wir gedenken auch Rita Holland, der Mutter von Luke Holland, die letztes Jahr am 21. Oktober 2019 starb, weil sie den Schmerz über den Verlust ihres Sohnes nicht mehr ertragen konnte. Der Tod von Rita Holland muss auch Rolf Z. zugeschrieben werden. Am 20.09.2020 findet auch die Beisetzung von Rita Holland in Manchester statt, am Grab ihres Sohnes Luke.

Zum vollständigen Aufruftext: hier klicken!

English: click here!

Post vom LKA?

Das Berliner Landeskriminalamt schreibt in diesen Tagen Betroffene, die auf einer Feindesliste der Neuköllner Neonazis stehen, an. Dabei geht es um eine bereits im Februar 2018 (!) bei den Hauptverdächtigen der Neuköllner Anschlagserie beschlagnahmte Festplatte. Schon Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass dort eine Liste mit 500 Namen enthalten war.

Falls ihr zu den Betroffenen gehört, rufen wir euch auf, euch bei der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremisums (MBR) oder bei der Opferberatung Reachout zu melden. Dort könnt ihr auch weitere Unterstützung erhalten.

Vor allem ist dies aber wichtig, damit wir in der Zivilgesellschaft einen Überblick über das Ausmaß der rechten Bedrohung bekommen.

Umbenennung der Wissmannstraße

Die nach dem Reichskommissar und Gouverneur von „Deutsch-Ostafrika“ (heute Tansania, Burundi und Ruanda) Herrmann von Wissmann benannte Straße in Nord-Neukölln soll nun endlich umbenannt werden.

Darüber freuen wir uns sehr und rufen euch auf, im Rahmen der Bürger*innenbeteiligung eure Namensvorschläge einzureichen. Dies ist noch bis zum 26. Juli möglich.